Sandra Bothe-Wenk

Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt

Familienfreundliches Riehen: was heisst das konkret?

Riehen rechnet mit einem jährlichen Defizit von rund 10 Millionen Franken. Das ist nicht schönzureden und es verlangt nach sorgfältigen Entscheiden.

Ein Entscheid liegt nun vor: Die Elternbeiträge für die Tagesstruktur steigen in der Gemeinde um bis zu 33 %. Für eine Familie mit zwei Kindern und Betreuung an drei Tagen bedeutet das beispielsweise, dass aus rund 8’000 Franken pro Jahr über 11’000 Franken werden.

Gleichzeitig kostet die Anwohner-Parkkarte in Riehen nur 8 Franken pro Jahr, 67 Rappen pro Monat. Eine Erhöhung wurde im Einwohnerrat als unsozial bezeichnet; eine moderate Anpassung und damit zusätzliche Einnahmen wurden von einer knappen Parlamentsmehrheit abgelehnt.

Riehen trägt das Label einer kinder- und familienfreundlichen Gemeinde. Dieses Selbstverständnis ist wichtig und es verpflichtet. Gerade deshalb stellt sich die Frage, wie wir in Riehen unsere Prioritäten setzen. Bezahlbare Kinderbetreuung ermöglicht Erwerbstätigkeit und stärkt damit die finanzielle Basis der Gemeinde. Wird Betreuung zu teuer, reduzieren manche Familien ihr Arbeitspensum mit entsprechenden finanziellen Auswirkungen auf die Steuereinnahmen und Nachteilen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wird die Betreuung in Riehen deutlich teurer als in Basel oder Bettingen, berührt dies letztlich auch die Attraktivität unseres Standorts für junge Familien nachhaltig.

Es geht nicht darum, finanzielle Herausforderungen kleinzureden. Aber wenn wir ein Defizit ausgleichen müssen, stellt sich immer auch die soziale Frage: Wen belasten wir und in welchem Ausmass?

Im Beitrag von SRG Region Basel wird deutlich, weshalb sich Eltern in Riehen gegen höhere Tagesstrukturkosten wehren und was diese Erhöhung im Alltag bedeutet Hier reinhören!

Darum unterstütze ich die Petition, du auch? hier unterschreiben

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen


Bild: SRG Regionaljournal

Berufsbildungsfonds für Basel-Stadt?

Grosser Rat Basel-Stadt, Februarsession 2026: Das Parlament beschliesst die Motion betreffend Einführung eines kantonalen Berufsbildungsfonds mit 62 Ja gegen 32 Nein Stimmen an die Regierung zur Berichtserstattung das erste Mal zu überweisen.

Die Berufsbildung ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Und sie funktioniert nur, weil täglich Betriebe Verantwortung übernehmen, gerade auch kleine Betriebe. Sie bilden aus, begleiten, erklären, korrigieren und investieren Zeit, Geld und auch Nerven in junge Menschen, also ganz direkt in unsere Zukunft.

Stichtag Einschulung

Der Artikel der BZ Zeitung zeigt: Die Diskussion um den KG-Einschulungsstichtag ist weder neu noch erledigt.

Ich habe bereits 2023 im Grossen Rat Basel-Stadt eine schriftliche Anfrage dazu eingereicht. Die Antwort des Regierungsrats war damals klar: Er sieht kein Problem, Rückstellungen seien selten, der Stichtag harmonisiert und es bestehe kein Handlungsbedarf!

Die Realität zeichnet aber ein anderes Bild. Für mich ist das Thema weiterhin aktuell, weil der Schuleintritt nicht beim Kindergarten endet, sondern Bildungswege bis in die Sekundarstufe und darüber hinaus prägt, etwa bei der späteren Entscheidung zwischen Lehre und weiterführender Schule!

Dass Eltern ihre Kinder bewusst zurückstellen, ist aus meiner Sicht ein deutliches Signal. Es zeigt, dass die Passung zwischen Kind und System nicht immer gegeben ist. Frühe oder späte Einschulung beeinflusst aber Förderung, Selektion und Bildungschancen langfristig.

Natürlich braucht es einen Stichtag als Orientierung. Aufgrund der Zeichen, wäre aber aus meiner Sicht ein verschobener Stichtag sinnvoll, kombiniert mit echten, kindernahen und pädagogisch begründeten Entscheidungswegen. Wichtig ist, dass der Stichtag nicht faktisch zur starren Grenze wird, sondern niederschwellig und möglichst unbürokratisch Raum lässt für Kinder, die entwicklungsbedingt früher oder später bereit sind , auch beim Übergang in die Primarstufe und darüber hinaus.

Wie seht ihr das? Mich interessieren eure Erfahrungen und Einschätzungen, schickt mir ein Mail.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen


Bildquelle: BZ Symbolbild Sandra Ardizzone

Hitzeschutz an Schulen: Jetzt handeln für den Sommer 2026

Grosser Rat Januarsession 2026: Das Parlament beschliesst das Budgetpostulat „Standortspezifische Lüftungskonzepte an Schulen zwecks Nachtauskühlung ab Sommer 2026“ mit 59 Ja gegen 33 Nein Stimmen und 1 Enthaltung an die Regierung zur Berichtserstattung zu überweisen.

Wer im Sommer ein Schulzimmer betritt, weiss: Hitze ist kein abstraktes Klimathema. Sie steht im Raum, sie bleibt in den Wänden, sie sitzt im Nacken der Kindern und dem Schulpersonal.

Wir sprechen auch nicht über ein theoretisches Zukunftsproblem, sondern über eine Realität, die längst im Schulalltag angekommen ist. Gemäss SECO ist eine Innentemperatur von 26 Grad erlaubt, Unterricht findet aber im Sommer bei Innentemperaturen im Klassenzimmer von weit über 30 Grad statt, oft über mehrere Tage, in Gebäuden, die nachts nicht auskühlen können. Die Folgen sind bekannt, wissenschaftlich belegt und von der Regierung anerkannt. Hitze macht müde, sie senkt die Konzentration, schränkt die kognitive Leistungsfähigkeit ein und beeinträchtigt Wahrnehmung und Lernfähigkeit. Sie belastet die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler ebenso wie jene der Lehr- und Fachpersonen. Unterricht unter solchen Bedingungen ist weder pädagogisch sinnvoll noch gesundheitlich vertretbar. Neu ist diese Problematik nicht, aber sie spitzt sich weiter zu.

Handys in der Schule? Warum der Regelfall smartphonefrei sein sollte

Grosser Rat 17. Dezember 25: Petition für eine smartphonefreie Schulkultur. Das Parlament beschliesst die Petition ohne Gegenstimme an die Regierung zur abschliessenden Behandlung zu überweisen.


Die Petition stellt eine einfache Forderung: Der Kanton soll Verantwortung übernehmen und den Schulen eine klare, verlässliche Orientierung im Umgang mit Smartphones geben. Während der obligatorischen Präsenzzeit soll eine smartphonefreie Schulkultur der Regelfall sein.

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